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VOD-Nachrichten


18.07.2016

Mit Osteopathie fit und vital bleiben



Interview: Chancen für Osteopathen durch den demografischen Wandel / Internationaler Osteopathie-Kongress
 
Unsere Gesellschaft verändert sich: Bereits in ein paar Jahrzehnten wird jeder Zweite über 50 Jahre alt sein. Der demografische Wandel macht sich auch in den Praxen der Osteopathen bemerkbar und Osteopathen sollten gut darauf vorbereitet sein: Die Zahl der älteren Patienten wird steigen, die Nachfrage nach Osteopathie zunehmen. In einem Interview mit dem Bonner Osteopathen Albrecht Kaiser M.Sc. (USA) und VOD-Vorstandsmitglied Ulrike von Tümpling DO fragt der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. nach Chancen und Zukunftsperspektiven.

VOD: Herr Kaiser, Sie behandeln wie zahlreiche Kollegen in Ihrer Praxis Menschen aus jeder Generation. Was macht die Osteopathie besonders für Menschen über 70 so attraktiv?  

Albrecht Kaiser M. Sc. (USA) DO: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen zwischen 70 und 90 Jahren, die sich für die Osteopathie entscheiden, bewusst gegen eine Behandlung mit Medikamenten aussprechen, die sie teilweise schon jahrzehntelang einnehmen. Sie spüren, dass Osteopathie aus sich heraus wirken und Medikamente ersetzen beziehungsweise reduzieren kann.

VOD:
Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Albrecht Kaiser: In der letzten Woche habe ich eine Patientin von über 90 Jahren behandelt, die überaus dankbar dafür war, dass ihr durch Osteopathie Schmerzen genommen worden sind, trotz jahrelanger Einnahme von Medikamenten. Sie kam offiziell mit einer Ischialgie, die sich aber als Blockierung im Kreuz-Darmbein einschließlich lange zurückliegender Unterleibsoperationen dargestellt hat. Ich konnte mit relativ geringem Aufwand einen Großteil ihrer Beschwerden lindern.
Ein sehr schöner Nebeneffekt: Sind z.B. ältere Menschen geh- oder sehbehindert, bringen sie ein Familienmitglied mit, das bei der Behandlung dabei sein möchte. Somit erhalten sie einen Einblick und nehmen die Chancen der Osteopathie auch als generationenübergreifend wahr. Im oben beschriebenen konkreten Fall hatte ich auch schon Enkeltochter und Urenkel behandelt, sodass letztlich insgesamt vier Generationen in der Praxis waren.
 
VOD: Frau von Tümpling, machen Sie ähnliche Erfahrungen in Ihrer Praxis?

Ulrike von Tümpling: Osteopathen behandeln in ihren Praxen Patienten in jeder Lebensphase, das heißt vom Säugling bis hin zu Menschen in hohem Alter, und da meine ich sogar über 100 Jahre. Bei allen geht es darum, den Organismus zu seiner individuellen Gesundheit zu führen.
Gerade in der Behandlung bei Menschen, die bereits einen erlebnisreichen Lebensweg mit seinen Höhen und Tiefen hinter sich haben, geht es oft darum, die Dynamik, die Gesundheit und die Liebe in ihnen zu sehen und zu unterstützen.
 
Das kann gerade auch für den Osteopathen selbst eine große Herausforderung und zugleich auch eine Bereicherung sein, da wir hier dem Leben in seiner ganzen Dimension begegnen. Leider werden ältere Menschen in unserer Kultur in ihrer Wertigkeit nicht so geschätzt wie es in anderen Kulturen gelebt wird. So ist leider für viele das Alter negativ besetzt und der Satz „Nicht mehr so können“ allgegenwärtig. Das braucht es nicht zu sein, sondern es ist möglich, bis ins hohe Alter seine Vitalität in sich zu leben. Für die Jugend sind gerade die älteren Menschen, die dies für sich umgesetzt haben, tolle Vorbilder für ein agiles und buntes Leben. Wir können als Osteopathen mit unserem Verständnis von Gesundheit hierzu einen enormen Beitrag leisten.
 
VOD: Der diesjährige Internationale Osteopathie-Kongress stellt das Thema „Gesundheit im Alter“ in den Fokus. Warum ist das Thema gerade für Osteopathen so wichtig?

Ulrike von Tümpling: Durch den demografischen Wandel und den zunehmenden gravierenden Ärztemangel auf dem Land ergeben sich für Osteopathen vielfältige Chancen, um ihre Kompetenz in der Behandlung älterer Menschen auszubauen und den Hausärztemangel auszugleichen. Und: Der Kongress hat einen positiven Ansatz: Wir wollen nicht die Jugend im Alter suchen – sondern die Kraft und Schönheit des Alters. Insofern freuen wir uns über jeden, der zum Kongress kommt und Inspiration für sein weiteres Wirken im Sinne der Patienten erhalten möchte. Wir übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft, und das Forum des Kongresses bietet eine professionelle Plattform hierfür.

Albrecht Kaiser: Bereits in naher Zukunft wird eine Steigerung der Besuche der Patientengruppe ü70 festzustellen sein. Sie haben sich bewusst für die Osteopathie entschieden, weil sie im Bekanntenkreis erfahren haben, dass sich durch Osteopathie eine wirkliche Potenz von Gesundheitsförderung erzielen lässt. Der Kongressbesuch ist deswegen sinnvoll und ratsam, weil das Thema „Alter“ von Osteopathen zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum mit einer Vielfalt wissenschaftlicher Vorträge und Workshops in einem solchen Rahmen zugänglich wird. Diese Chance wahrzunehmen empfehlen wir jedem, um auch selbst die eigene Zukunft als Osteopath schon jetzt gestalten zu können.



Melden Sie sich an zum 19. Internationalen Osteopathiekongress vom 30.09. bis 02.10.2016 in Bad Nauheim: http://osteopathie.de/kongress/de/.


Link: osteopathie.de/n1468843800



Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)
Untere Albrechtstr. 15 - D-65185 Wiesbaden
Tel. 0611 5808975 0 - Fax 0611 5808975 17
Email gs.wiesbaden@osteopathie.de - www.osteopathie.de