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Pressemitteilungen


25.03.2009

Hessische Osteopathie-Verordnung im Strudel von Standesinteressen

Staatliche Anerkennung: Hessische Osteopathie-Verordnung im Strudel von Standesinteressen

Mit Verwunderung nimmt der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. zur Kenntnis, dass die staatliche Anerkennung der Osteopathie in Hessen bei manchen Heilpraktiker- und sogar Osteopathieverbänden auf Ablehnung stößt. Die Vorwürfe könnten konträrer nicht sein: Einerseits befürchten einzelne Heilpraktiker, die im November 2008 vom Hessischen Sozialministerium erlassene Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO Osteo) schränke sie in Ihrer Berufsfreiheit ein. Andererseits beklagt das Deutsche Register für Osteopathische Medizin, DROM, die WPO Osteo verhindere die Etablierung des Berufsbildes des Osteopathen. Beides ist falsch. 

Richtig ist: Die hessische Verordnung führt einen Gütesiegel für eine hoch qualifizierte Ausbildung ein – den staatlich anerkannten Osteopathen. Sie sorgt für Transparenz bei Patienten und gewährleistet ihnen höchste Qualität und Sicherheit. Die staatliche Anerkennung setzt mindestens 1350 praktische und theoretische Unterrichtsstunden von je 45 Minuten voraus. 

Unangetastet durch die WPO Osteo bleibt hingegen die Berufsausübung, das heißt Osteopathen dürfen auch weiterhin nur eigenständig Heilkunde ausüben, wenn sie gleichzeitig Arzt oder Heilpraktiker sind. Heilpraktiker haben üblicherweise ohne zusätzliche Fort- oder Weiterbildungen keine oder nur wenige Kenntnisse im Bereich der Osteopathie. Somit ist auch bei den Heilpraktikern die Qualifikation im Bereich der Osteopathie durch die WPO Osteo nun erstmalig staatlich geregelt. 

Richtig ist außerdem: Die Vorwürfe des Deutschen Registers Osteopathischer Medizin (DROM e.V.) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO), die WPO Osteo verhindere die Etablierung des neuen Heilberufes Osteopath, gehen ins Leere. Nachdem beide Verbände  die Verordnung zunächst als Erfolg begrüßt hatten („…ein weiterer großer Schritt zur Anerkennung im gesamten Bundesgebiet. Ein toller Erfolg!!!“, Dr. Hartwig, Vorsitzender des DROM zur WPO Osteo in der Zeitschrift OM 1/2009), wird die WPO Osteo jetzt verurteilt. 

„Die Verordnung hatte nie das Ziel, einen neuen Heilberuf zu kreieren, vielmehr setzt sie Standards und unterstützt dadurch die Anerkennung der Osteopathie auf hohem Niveau“, unterstreicht VOD- Justitiarin Dr. Sylke Wagner. Der Bereich Weiterbildung sei in dem Gesamtsystem der Osteopathie, das Aus-, Fort- und Weiterbildung umfasst, ein Baustein. Die WPO Osteo sichere das Gesamtsystem, indem der Titel „staatlich anerkannter Osteopath“ die höchsten Qualitätsanforderungen im Weiterbildungsbereich festlegt und damit alle Wochenendkurs-Anbieter ins Hintertreffen geraten lässt.

Dr. Andreas Winter vom Regierungspräsidiums Darmstadt, der für die Umsetzung der WPO-Osteo zuständigen Behörde, erklärt: „Mit der WPO-Osteo ist nicht die Ausübung der Osteopathie geregelt, sondern die Berechtigung, diese Weiterbildungsbezeichnung zu tragen.“ Es dürften sich nämlich nur die Personen Osteopath bzw. Osteopathin nennen, die vom RP-DA nach der WPO-Osteo anerkannt seien. Dies sei ein wichtiger Beitrag des Landes Hessen zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen, da insbesondere Weiterbildungsinhalt und -umfang  ein festgelegtes Qualitätsniveau für Osteopathen bzw. Osteopathinnen garantierten, so Winter abschließend.

Die Ausübung der Osteopathie wird jedoch durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf, das durch die BAO mit Unterstützung des DROM als Musterprozess vom 8. Dezember 2008 (unter Az. 7K 967/07) erreicht wurde, empfindlich berührt. Hiernach darf der betroffene Physiotherapeut außerhalb Hessens auch auf Anordnung eines Arztes oder Heilpraktikers nicht osteopathisch tätig werden, solange er nicht selbst Heilpraktiker ist.  

Aufgrund immer stärker differierender Ziele ist der VOD zum 1.1.2010 aus dem Dachverband BAO ausgetreten und wird gemeinsam mit den wesentlichen Vertretern der Osteopathie einen neuen Dachverband DVO gründen, der sich folgerichtig für die Anerkennung der Osteopathie auf hohem Niveau und nicht die Tätigkeitserweiterung im osteopathischen Bereich für andere Berufsgruppen wie z. B. die Physiotherapeuten einsetzt.

Weitere Informationen
Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Untere Albrechtstraße 15
65185 Wiesbaden
Telefon: 0 611 / 9 10 36 61
info@osteopathie.de
www.osteopathie.de

Ansprechpartnerin für Presse
Michaela Wehr
Tel. 0 15 20 / 2 14 71 05
presse@osteopathie.de

Link: osteopathie.de/pm1237997820



Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)
Untere Albrechtstr. 15 - D-65185 Wiesbaden
Tel. 0611 5808975 0 - Fax 0611 5808975 17
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