druckkopf
• Kontakt     • Impressum     • Datenschutz     • Map     

Pressemitteilungen


03.04.2009

Staatliche Anerkennung: Hessische Osteopathie-Verordnung im Fokus von Standesinteressen

Während die große Mehrzahl der Stimmen die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung Osteopathie (WPO-Osteo) in Hessen als wichtigen Schritt in Richtung Patientensicherheit und Transparenz begrüßt, könnten gleichzeitig die Vorwürfe konträrer nicht sein: Einerseits befürchten einzelne Heilpraktiker, die im November 2008 vom Hessischen Sozialministerium erlassene Verordnung schränke sie in Ihrer Berufsfreiheit ein. Andererseits wird beklagt, dass die WPO- Osteo die Anerkennung der Osteopathie als eigenen Heilberuf verhindere. Beides geht an der Sache vorbei.

Richtig ist: Die hessische Verordnung führt eine Weiterbildungsbezeichnung ein - den staatlich anerkannten „Osteopath“ / „Osteopathin“ und bindet diese an hohe Qualität. Sie sorgt damit für Transparenz bei Patienten und gewährleistet ihnen Qualität und Sicherheit. Die staatliche Anerkennung setzt mindestens 1350 praktische und theoretische Unterrichtsstunden von je 45 Minuten voraus. Durch die WPO-Osteo haben nun auch Heilpraktiker erstmalig Zugang zu der Weiterbildungsbezeichnung, die eine hohe Qualifikation im Bereich der Osteopathie dokumentiert. „Für mich hat die staatliche Anerkennung eine ganz wichtige Funktion auf dem Weg hin zu der notwendigen Patientensicherheit durch Transparenz und Qualitätssicherung“, unterstreicht der Südhesse Stefan Holzhauser, der als erster Heilpraktiker deutschlandweit die staatliche Anerkennung beantragt hatte.

Dr. Andreas Winter vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP-DA), der für die Umsetzung der WPO-Osteo zuständigen Behörde, erklärt hierzu: „Mit der WPO-Osteo ist nicht die Ausübung der Osteopathie geregelt, sondern die Berechtigung, diese Weiterbildungsbezeichnung zu tragen.“ Denn es dürften sich nur die Personen Osteopath bzw. Osteopathin nennen, die vom RP-DA nach der WPO-Osteo anerkannt seien. Dies sei ein wichtiger Beitrag des Landes Hessen zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen, da insbesondere Weiterbildungsinhalt und 
-umfang ein festgelegtes Qualitätsniveau für Osteopathen bzw. Osteopathinnen garantierten, so Winter abschließend.

Die Vorwürfe des Deutschen Registers Osteopathischer Medizin (DROM e.V.), die WPO Osteo verhindere die Etablierung eines neuen Heilberufs Osteopath, gehen dagegen ins Leere. Nachdem das DROM  die Verordnung zunächst als Erfolg begrüßt hatten („…ein weiterer großer Schritt zur Anerkennung im gesamten Bundesgebiet. Ein toller Erfolg!!!“, Dr. Hartwig, Vorsitzender des DROM zur WPO Osteo in der Zeitschrift OM 1/2009), wird die WPO Osteo jetzt verurteilt. 

„Die WPO Osteo hatte nie das Ziel, einen neuen Heilberuf zu kreieren. Sie setzt Standards und unterstützt dadurch die Anerkennung der Osteopathie auf hohem Niveau“, unterstreicht VOD- Justitiarin Dr. Sylke Wagner. Der Bereich Weiterbildung sei in dem Gesamtsystem der Osteopathie, das Aus-, Fort- und Weiterbildung umfasst, ein Baustein. Die WPO Osteo sichere das Gesamtsystem, indem die Bezeichnung „Osteopath“ die höchsten Qualitätsanforderungen im Weiterbildungsbereich festlegt und damit alle Wochenendkurs-Anbieter ins Hintertreffen geraten lässt.

Die Ausübung der Osteopathie wird durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf vom 8. Dezember 2008 (unter Az. 7K 967/07), das durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) mit Unterstützung des Deutschen Registers Osteopathischer Medizin (DROM e.V.) als so genannter Musterprozess erreicht wurde, berührt. Hiernach darf der betroffene Physiotherapeut außerhalb Hessens auch auf Anordnung eines Arztes oder Heilpraktikers nicht osteopathisch tätig werden, solange er nicht selbst Heilpraktiker ist.  In der Entscheidung wird durch das Gericht klargestellt, dass eine private Organisation keine staatlichen Befugnisse ersetzen könne. 

Weitere Informationen
Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
Untere Albrechtstraße 15
65185 Wiesbaden
Telefon: 0 611 / 9 10 36 61
info@osteopathie.de
www.osteopathie.de

Ansprechpartnerin für Presse
Michaela Wehr 
Tel. 0 15 20 / 2 14 71 05 
presse@osteopathie.de
 

Link: osteopathie.de/pm1238771880



Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)
Untere Albrechtstr. 15 - D-65185 Wiesbaden
Tel. 0611 5808975 0 - Fax 0611 5808975 17
Email gs.wiesbaden@osteopathie.de - www.osteopathie.de