Aus osteopathischer Sicht setzt Prävention nicht erst bei der Erkrankung an, sondern deutlich früher: bei der Regulation des Nervensystems, der Förderung von Beweglichkeit und der Unterstützung physiologischer Anpassungsprozesse. Ziel ist es nicht, Krankheiten zu behandeln oder zu verhindern, sondern die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass der Organismus Belastungen besser ausgleichen kann.
Angesichts steigender Ausgaben im Gesundheitswesen gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Chronische stressbedingte Beschwerden verursachen hohe Folgekosten durch wiederholte Arztbesuche, medikamentöse Therapien und lange Behandlungsverläufe. Frühzeitige, qualifizierte osteopathische Interventionen könnten dazu beitragen, diese Entwicklung abzufedern, indem sie funktionelle Störungen früh erkennen und deren Chronifizierung entgegenwirken.
Der VOD betont dabei die Bedeutung von Qualität und Qualifikation. Präventive osteopathische Arbeit erfordert eine fundierte Ausbildung und ein klares Verständnis der eigenen Grenzen. Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur medizinischen Versorgung, nicht als Ersatz. „Prävention bedeutet, den Körper in seiner Anpassungsfähigkeit zu unterstützen – bevor Beschwerden den Alltag und das Gesundheitssystem dauerhaft belasten“, so Prof. Marina Fuhrmann.